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Was tun bei Sorgen? Sorgenliste & Realitätscheck

Was tun bei Sorgen? Schreiben Sie Ihre Sorgen zuerst ungefiltert auf, trennen Sie dann lösbare von nicht lösbaren Sorgen und prüfen Sie, wie realistisch die befürchtete Entwicklung tatsächlich ist. Danach wählen Sie einen kleinen nächsten Schritt: handeln, klären, planen, loslassen oder Unterstützung suchen. Wenn Sorgen sehr stark werden, lange anhalten oder Ihren Alltag deutlich einschränken, ist professionelle Hilfe sinnvoll.

Was bedeutet es, sich Sorgen zu machen?

Sorgen sind gedankliche Warnsignale. Sie richten den Blick auf etwas, das in der Zukunft schiefgehen könnte: ein Gespräch, eine Rechnung, eine Entscheidung, die Gesundheit, die Familie, die Arbeit oder eine unklare Situation. In einem gewissen Maß können Sorgen hilfreich sein, weil sie uns daran erinnern, vorsichtig zu planen, rechtzeitig zu handeln oder Unterstützung zu suchen.

Belastend werden Sorgen, wenn sie nicht mehr zu einer Lösung führen, sondern sich wiederholen. Dann entsteht häufig ein Sorgenkreislauf: Ein Gedanke taucht auf, der Körper reagiert mit Anspannung, die Anspannung wirkt wie ein Beweis, dass etwas nicht stimmt, und der Kopf sucht weiter nach Sicherheit. Je länger das dauert, desto schwerer wird es oft, zur Ruhe zu kommen.

Diese Seite ist für Sie relevant, wenn Sie gerade viele Sorgen haben, Ihre Gedanken ordnen möchten oder merken, dass Sie immer wieder in ähnliche „Was wäre, wenn …?“-Szenarien geraten. Sie ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung, kann Ihnen aber helfen, Ihre Sorgen im Alltag klarer einzuordnen.

Was tun bei Sorgen? Die 5-Schritte-Sorgenliste

Wenn Sorgen diffus bleiben, wirken sie oft größer, als sie tatsächlich sind. Eine Sorgenliste macht aus einem inneren Knäuel einzelne Punkte. Das Ziel ist nicht, alle Sorgen sofort loszuwerden. Das Ziel ist, wieder unterscheiden zu können: Was ist ein echtes Problem? Was ist eine Möglichkeit? Was ist eine Katastrophenfantasie? Und was kann ich heute konkret tun?

  1. Alles aufschreiben: Notieren Sie jede Sorge so, wie sie auftaucht. Ohne Bewertung, ohne perfekte Formulierung.
  2. Thema benennen: Ordnen Sie jede Sorge grob einem Bereich zu: Gesundheit, Arbeit, Beziehung, Familie, Geld, Zukunft, Entscheidung, Selbstwert oder Alltag.
  3. Lösbarkeit prüfen: Fragen Sie: Kann ich an dieser Sorge konkret etwas tun?
  4. Realitätscheck machen: Prüfen Sie: Was spricht dafür? Was spricht dagegen? Welche neutralere Erklärung gibt es?
  5. Nächsten Schritt wählen: Entscheiden Sie: handeln, planen, nachfragen, beobachten, akzeptieren oder Hilfe holen.

Beispiel für eine Sorgenliste

SorgeArt der SorgeRealitätscheckNächster hilfreicher Schritt
„Ich habe bestimmt einen Fehler bei der Arbeit gemacht.“teilweise lösbarGibt es konkrete Hinweise oder nur ein Gefühl?Unterlagen prüfen oder sachlich nachfragen.
„Was, wenn in Zukunft alles schlimmer wird?“nicht direkt lösbarWelche konkrete Situation meine ich eigentlich?Eine konkrete Teilfrage herauslösen und planen.
„Ich habe vergessen, jemandem zu antworten. Jetzt ist die Person bestimmt enttäuscht.“lösbarIst Enttäuschung sicher oder nur eine Vermutung?Kurz schreiben: „Entschuldigung, ich melde mich jetzt erst.“
„Ich darf nie wieder krank werden.“nicht vollständig kontrollierbarNiemand kann Gesundheit vollständig garantieren.Vorsorge, Erholung und ärztliche Abklärung bei konkreten Symptomen.

Eine gute Sorgenliste endet nicht mit „Ich muss mir keine Sorgen machen“, sondern mit einer realistischeren Haltung: „Ich sehe, was mich beschäftigt. Ich prüfe, was wirklich dran ist. Ich tue, was möglich ist. Den Rest beobachte ich, ohne mich darin zu verlieren.“

Der Realitätscheck: Wie wahrscheinlich ist meine Sorge?

Sorgen fühlen sich oft überzeugend an, weil sie emotional stark sind. Ein Gedanke wie „Das wird bestimmt schlimm“ kann sich im Körper sofort bemerkbar machen: Druck im Brustkorb, flacher Atem, angespannte Schultern, innere Unruhe oder Schlafprobleme. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die befürchtete Katastrophe wahrscheinlich ist.

Ein Realitätscheck hilft, zwischen Gefühl, Gedanke und tatsächlicher Lage zu unterscheiden. Dabei geht es nicht darum, sich etwas schönzureden. Es geht darum, eine Sorge fair zu prüfen.

Hilfreiche Fragen für den Realitätscheck

  • Was genau befürchte ich? Formulieren Sie die Sorge in einem Satz.
  • Welche Fakten sprechen dafür? Nur beobachtbare Hinweise zählen, keine bloßen Befürchtungen.
  • Welche Fakten sprechen dagegen? Was wird im Sorgenmoment ausgeblendet?
  • Welche neutralere Erklärung gibt es? Gibt es eine weniger bedrohliche Deutung?
  • Wie wahrscheinlich ist es auf einer Skala von 0 bis 100? Nicht: Wie schlimm fühlt es sich an? Sondern: Wie wahrscheinlich ist es?
  • Was wäre mein erster Schritt, falls es wirklich passiert? Ein Handlungsplan wirkt oft beruhigender als endloses Grübeln.
  • Was würde ich einer guten Freundin oder einem guten Freund sagen? Häufig sind wir mit anderen realistischer und freundlicher als mit uns selbst.

Eine Sorge ist ein Hinweis, keine endgültige Wahrheit. Sie darf ernst genommen werden, ohne dass sie die ganze Realität bestimmen muss.

Lösbare und nicht lösbare Sorgen unterscheiden

Viele Menschen versuchen, jede Sorge durch Nachdenken zu lösen. Das funktioniert nur bei Sorgen, die tatsächlich ein konkretes Problem enthalten. Bei unlösbaren oder nur teilweise kontrollierbaren Sorgen führt mehr Denken häufig nicht zu mehr Sicherheit, sondern zu mehr Anspannung.

FrageLösbare SorgeNicht vollständig lösbare Sorge
Worum geht es?Ein konkretes Problem, das beeinflusst werden kann.Eine Möglichkeit, Unsicherheit oder Zukunftsangst.
Beispiel„Ich muss eine Rechnung klären.“„Was, wenn irgendwann etwas Schlimmes passiert?“
Hilfreiche ReaktionTermin setzen, anrufen, Informationen sammeln, Entscheidung treffen.Akzeptieren, begrenzen, beruhigen, Aufmerksamkeit zurückholen.
Typische FalleAufschieben, weil die Sorge unangenehm ist.Endlos grübeln, obwohl keine endgültige Sicherheit möglich ist.
Guter nächster Satz„Was ist der kleinste konkrete Schritt?“„Kann ich diese Unsicherheit gerade mittragen, ohne weiter zu kreisen?“

Was kann sofort helfen, wenn die Sorgen gerade stark sind?

Wenn Sorgen akut überhandnehmen, braucht der Kopf meist keine perfekte Analyse, sondern zuerst eine Unterbrechung. Der Körper muss merken: Im Moment bin ich nicht in unmittelbarer Gefahr. Danach ist klares Denken wieder leichter möglich.

1. Den Sorgenmoment benennen

Sagen Sie innerlich oder leise: „Ich merke gerade, dass ich mir Sorgen mache.“ Dieser Satz schafft Abstand. Sie sind nicht die Sorge. Sie beobachten eine Sorge.

2. Den Körper beruhigen

Atmen Sie einige Male bewusst langsamer aus als ein. Legen Sie eine Hand auf den Bauch oder auf den Brustkorb. Spüren Sie den Kontakt zum Stuhl, zum Boden oder zu einem Gegenstand in Ihrer Hand. Das Ziel ist nicht perfekte Entspannung, sondern ein kleines Signal von Sicherheit.

3. Die Sorge auf Papier auslagern

Schreiben Sie die Sorge auf. Wenn sie auf Papier steht, muss Ihr Kopf sie nicht ständig wiederholen. Ergänzen Sie direkt darunter: „Was kann ich heute konkret tun?“ und „Was kann ich heute nicht endgültig klären?“

4. Eine Sorge in eine Aufgabe verwandeln

Aus „Ich bekomme das nie hin“ kann werden: „Ich schreibe morgen um 9 Uhr eine E-Mail und bitte um Klärung.“ Aus „Alles ist zu viel“ kann werden: „Ich räume die nächsten zehn Minuten nur den Schreibtisch frei.“ Sorgen werden kleiner, wenn sie in machbare Handlungsschritte übersetzt werden.

5. Einen Sorgen-Stopp ohne Kampf setzen

Wenn Sie merken, dass Sie dieselbe Sorge zum zehnten Mal denken, sagen Sie: „Diese Sorge ist notiert. Ich komme später darauf zurück.“ Danach lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf eine konkrete Tätigkeit: Wasser trinken, duschen, spazieren gehen, eine einfache Aufgabe erledigen oder mit einer vertrauten Person sprechen.

Typische Situationen, in denen Sorgen entstehen

Sorgen treten häufig dort auf, wo etwas wichtig ist und gleichzeitig Unsicherheit besteht. Deshalb sind sie nicht automatisch ein Zeichen von Schwäche. Sie zeigen oft, dass Ihnen etwas bedeutet.

  • Vor Entscheidungen: „Was, wenn ich die falsche Wahl treffe?“
  • Nach Gesprächen: „Habe ich etwas Falsches gesagt?“
  • Bei körperlichen Empfindungen: „Ist das harmlos oder gefährlich?“
  • Bei finanzieller Unsicherheit: „Wie soll ich das schaffen?“
  • In Beziehungen: „Was, wenn ich jemanden enttäusche?“
  • Vor Prüfungen, Terminen oder Konflikten: „Was, wenn ich versage?“
  • Abends im Bett: „Warum kommt jetzt alles hoch?“

Gerade abends wirken Sorgen oft größer, weil Ablenkung fehlt und der Körper erschöpft ist. In solchen Momenten ist es meist hilfreicher, die Sorge kurz zu notieren und einen Zeitpunkt für die Klärung festzulegen, statt im Bett eine Grundsatzanalyse zu beginnen.

Warum Sorgen manchmal stärker werden

Sorgen können sich selbst verstärken. Das passiert besonders dann, wenn der Kopf versucht, absolute Sicherheit herzustellen. Absolute Sicherheit gibt es bei vielen Lebensthemen jedoch nicht. Wer trotzdem immer weiter nach Gewissheit sucht, landet häufig in Wiederholung: prüfen, googeln, rückversichern, vergleichen, grübeln.

Häufige Verstärker von Sorgen

  • Schlafmangel: Müdigkeit macht Gedanken oft schwerer und bedrohlicher.
  • Stress und Überlastung: Je angespannter der Körper ist, desto schneller springt der Kopf auf mögliche Gefahren an.
  • Unklare Aufgaben: Was nicht konkret ist, wirkt oft größer.
  • Vermeidung: Kurzfristig fühlt sich Vermeiden erleichternd an, langfristig bleiben viele Sorgen ungelöst.
  • Ständiges Rückversichern: Es beruhigt kurz, kann aber den Eindruck verstärken, dass man ohne Bestätigung nicht zurechtkommt.
  • Katastrophisieren: Der Kopf springt direkt zum schlimmsten Ausgang und überspringt wahrscheinlichere Zwischenstufen.
  • Zu viel ungefilterte Information: Besonders Nachrichten, soziale Medien oder Gesundheitssuchen können Sorgen anfeuern.

Was langfristig bei vielen Sorgen helfen kann

Langfristig geht es nicht darum, nie wieder Sorgen zu haben. Realistischer ist das Ziel, Sorgen früher zu erkennen, besser zu sortieren und weniger Lebenszeit an Gedankenkreisen zu verlieren.

Regelmäßige Sorgenzeit

Legen Sie ein kurzes Zeitfenster fest, zum Beispiel 15 Minuten am Nachmittag. In dieser Zeit dürfen Sie Ihre Sorgen ansehen, sortieren und nächste Schritte planen. Außerhalb dieser Zeit notieren Sie neue Sorgen nur kurz und verschieben sie auf das Zeitfenster. Das trainiert: Sorgen dürfen da sein, aber sie bestimmen nicht den ganzen Tag.

Klare Tagesstruktur

Routinen können entlasten, weil sie weniger Entscheidungen verlangen. Regelmäßige Mahlzeiten, Bewegung, Pausen, Schlafenszeiten und feste Arbeitsblöcke schaffen Orientierung. Besonders in belastenden Phasen kann ein einfacher Tagesplan beruhigender sein als der Anspruch, alles spontan im Griff zu haben.

Bewegung und Entspannung

Sorgen sitzen nicht nur im Kopf. Sie zeigen sich auch im Körper: angespanntes Kiefer, Nacken, Bauch, Atem, Unruhe. Spaziergänge, sanftes Dehnen, Atemübungen, progressive Muskelentspannung, Yoga oder ruhige Alltagsbewegung können helfen, Anspannung abzubauen. Nicht als Wundermittel, sondern als regelmäßiger Ausgleich.

Gespräche statt innerer Dauerdialog

Manche Sorgen werden klarer, wenn man sie ausspricht. Wählen Sie dafür jemanden, der nicht dramatisiert, aber auch nicht abwinkt. Hilfreich ist ein Satz wie: „Ich brauche gerade keine schnelle Lösung, sondern jemanden, der mir hilft, die Sorge zu sortieren.“

Informationsgrenzen setzen

Wenn Sie merken, dass Nachrichten, Foren, Suchmaschinen oder soziale Medien Ihre Sorgen verstärken, setzen Sie klare Grenzen: feste Zeiten, vertrauenswürdige Quellen, kein Recherchieren kurz vor dem Schlafen. Bei konkreten gesundheitlichen Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung sinnvoller als endloses Suchen.

Fragen zur Selbstreflexion

Selbstreflexion hilft, Sorgen nicht nur als störende Gedanken zu sehen, sondern als Hinweise auf Bedürfnisse, Grenzen und Werte. Beantworten Sie die Fragen schriftlich, wenn möglich kurz und konkret.

  • Welche Sorge beschäftigt mich im Moment am stärksten?
  • Was genau befürchte ich?
  • Ist diese Sorge lösbar, teilweise lösbar oder aktuell nicht lösbar?
  • Welche Fakten kenne ich wirklich?
  • Welche Annahmen füllt mein Kopf gerade selbst aus?
  • Was wäre eine realistischere, weniger harte Formulierung?
  • Was liegt heute in meinem Einflussbereich?
  • Was kann ich für heute bewusst offenlassen?
  • Welche Stimmung begleitet diese Sorge: Angst, Unsicherheit, Traurigkeit, Ärger, Überforderung oder Erschöpfung?
  • Was würde mir jetzt eher helfen: Klärung, Ruhe, Nähe, Bewegung, Schlaf, Information oder Unterstützung?

Was Sie im Stimmungskalender beobachten können

Ein Stimmungskalender oder Stimmungstagebuch kann helfen, wiederkehrende Muster sichtbar zu machen. Viele Sorgen wirken im Moment zufällig. Wenn Sie sie über mehrere Tage beobachten, erkennen Sie möglicherweise Zusammenhänge: bestimmte Uhrzeiten, Auslöser, Körperzeichen, Schlafmangel, Konflikte oder Aufgaben, die immer wieder Druck auslösen.

Beobachten Sie nicht nur, dass Sie Sorgen haben, sondern auch den Kontext. Dadurch entsteht eine bessere Grundlage für Selbstreflexion und konkrete Veränderung.

BeobachtungMögliche Notiz im StimmungskalenderWarum das hilfreich ist
Stimmungbesorgt, ängstlich, unsicher, überfordert, nachdenklichSie erkennen, welches Gefühl hinter der Sorge steht.
Intensität0 bis 10Sie sehen, ob Sorgen zunehmen, abnehmen oder schwanken.
AuslöserNachricht, Gespräch, Rechnung, körperliches Symptom, TerminSie erkennen typische Startpunkte des Sorgenkreislaufs.
KörperzeichenEnge im Brustkorb, Bauchdruck, Kopfschmerz, MuskelspannungSie unterscheiden besser zwischen Körperanspannung und tatsächlicher Gefahr.
Gedanke„Was, wenn …?“ oder „Ich schaffe das nicht.“Sie machen automatische Gedanken sichtbar.
HilfeschrittSpaziergang, Gespräch, Liste, Realitätscheck, PauseSie erkennen, was Ihnen tatsächlich hilft.

Nutzen Sie den Stimmungskalender als tägliche Mini-Reflexion. Notieren Sie nicht alles, sondern nur das Wichtigste: Stimmung, stärkste Sorge, Intensität und ein hilfreicher nächster Schritt. Schon wenige Zeilen können reichen, um Abstand zum Sorgenkarussell zu gewinnen.

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Sorgen sind nicht automatisch ein Zeichen für eine psychische Erkrankung. Dennoch gibt es Situationen, in denen Selbsthilfe allein nicht ausreichen sollte. Professionelle Unterstützung ist sinnvoll, wenn Sorgen über längere Zeit sehr stark sind, Ihren Schlaf erheblich stören, Ihre Arbeit oder Beziehungen belasten oder Sie wichtige Dinge vermeiden.

Bitte suchen Sie ärztliche, psychotherapeutische oder psychosoziale Unterstützung, wenn eine oder mehrere dieser Aussagen auf Sie zutreffen:

  • Die Sorgen bestimmen seit Wochen einen großen Teil Ihres Tages.
  • Sie können sich kaum noch konzentrieren oder erholen.
  • Sie vermeiden immer mehr Situationen, Gespräche oder Aufgaben.
  • Sie haben häufig starke körperliche Beschwerden wie Herzrasen, Atemnot, Zittern, Magenprobleme oder Schwindel.
  • Sie schlafen dauerhaft schlecht oder wachen regelmäßig mit Sorgen auf.
  • Sie nutzen Alkohol, Beruhigungsmittel, Drogen oder andere Strategien, um Sorgen auszuhalten.
  • Sie fühlen sich hoffnungslos, verzweifelt oder haben Gedanken, sich etwas anzutun.

Bei akuter Selbstgefährdung, unmittelbarer Gefahr oder dem Gefühl, nicht sicher zu sein, wenden Sie sich bitte sofort an eine Notaufnahme, den örtlichen Rettungsdienst oder eine vertraute Person in Ihrer Nähe. In Deutschland bietet die TelefonSeelsorge rund um die Uhr vertrauliche Hilfe: 0800 111 0 111 und https://www.telefonseelsorge.de/.

Was Angehörige tun können, wenn jemand sich große Sorgen macht

Wenn eine nahestehende Person stark besorgt ist, helfen schnelle Beschwichtigungen oft wenig. Sätze wie „Mach dir doch nicht so viele Gedanken“ oder „Das ist doch nicht schlimm“ können unbeabsichtigt das Gefühl verstärken, nicht verstanden zu werden.

Hilfreicher sind ruhige, konkrete und nicht wertende Reaktionen:

  • „Worum genau kreist deine Sorge gerade?“
  • „Möchtest du, dass ich nur zuhöre, oder sollen wir gemeinsam sortieren?“
  • „Was davon können wir beeinflussen?“
  • „Was wäre ein kleiner nächster Schritt?“
  • „Möchtest du Unterstützung suchen? Ich kann dich dabei begleiten.“

Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Person sehr verzweifelt ist oder sich selbst gefährden könnte, bleiben Sie nicht allein mit der Situation. Holen Sie akute Hilfe und sorgen Sie dafür, dass die Person nicht isoliert bleibt.

Kurze Zusammenfassung: Sorgen ordnen statt gegen sie kämpfen

Bei Sorgen hilft meist nicht der Versuch, sie mit Gewalt wegzudrücken. Wirksamer ist häufig ein geordneter Umgang: Sorge benennen, aufschreiben, lösbar oder nicht lösbar einordnen, realistisch prüfen und einen kleinen nächsten Schritt wählen. So wird aus einem diffusen inneren Alarm wieder eine konkrete Orientierung.

Wenn Sorgen nur gelegentlich auftreten, können Reflexionsfragen, Bewegung, Gespräche, Routinen und ein Stimmungstagebuch bereits entlasten. Wenn Sorgen jedoch anhalten, den Alltag einschränken oder mit starker Angst, Hoffnungslosigkeit oder Selbstgefährdung verbunden sind, ist professionelle Hilfe wichtig.

FAQ: Häufige Fragen zu Sorgen

Was tun bei Sorgen, wenn ich sofort ruhiger werden möchte?

Benennen Sie zuerst, dass Sie gerade eine Sorge erleben. Atmen Sie bewusst langsam aus, schreiben Sie die Sorge in einem Satz auf und fragen Sie: „Was ist jetzt der kleinste konkrete Schritt?“ Wenn kein Schritt möglich ist, verschieben Sie die Klärung bewusst auf einen festen Zeitpunkt.

Ist es normal, sich viele Sorgen zu machen?

Ja, Sorgen sind in belastenden oder unsicheren Lebensphasen normal. Sie werden problematisch, wenn sie sehr häufig auftreten, kaum kontrollierbar wirken, Ihren Schlaf stören, Ihren Alltag einschränken oder Sie dauerhaft in Anspannung halten.

Was ist der Unterschied zwischen Sorgen und Grübeln?

Sorgen richten sich meist auf mögliche Probleme in der Zukunft. Grübeln kreist häufiger um Vergangenes, Fehler oder Warum-Fragen. Beides kann hilfreich beginnen, wird aber belastend, wenn es keine neuen Erkenntnisse oder Handlungen mehr bringt.

Hilft es, Sorgen aufzuschreiben?

Ja, vielen Menschen hilft das Aufschreiben, weil diffuse Gedanken dadurch konkreter werden. Besonders wirksam ist es, die Sorgen anschließend zu sortieren: lösbar oder nicht lösbar, realistisch oder übertrieben, dringend oder nicht dringend.

Wie mache ich einen Realitätscheck bei Sorgen?

Fragen Sie: Was befürchte ich genau? Welche Fakten sprechen dafür? Welche Fakten sprechen dagegen? Welche neutralere Erklärung gibt es? Wie wahrscheinlich ist das wirklich? Was wäre mein erster Schritt, falls es tatsächlich passiert?

Wann sollte ich mir wegen meiner Sorgen Hilfe suchen?

Hilfe ist sinnvoll, wenn Sorgen über Wochen stark bleiben, Ihren Alltag oder Schlaf deutlich beeinträchtigen, körperliche Beschwerden auslösen, zu Vermeidung führen oder mit Hoffnungslosigkeit, Panik oder Selbstgefährdung verbunden sind.

Kann ein Stimmungskalender bei Sorgen helfen?

Ein Stimmungskalender kann helfen, Muster zu erkennen: Wann treten Sorgen auf, wodurch werden sie ausgelöst, welche Stimmung begleitet sie und was hilft? Dadurch wird Selbstreflexion konkreter und Veränderungen werden sichtbarer.

Sollte ich meine Sorgen verdrängen?

Verdrängen hilft oft nur kurzfristig. Besser ist es, Sorgen kurz anzuerkennen, aufzuschreiben, zu prüfen und dann bewusst zu entscheiden, ob Handeln, Planen, Akzeptieren oder Unterstützung der passende nächste Schritt ist.

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